RIGGING-GEWICHT · BRENNHOLZ
Gerechnet wird als durchgehender Zylinder mit diesem Maß. Ein zulaufendes Stück wiegt real weniger – am Seil ist das die richtige Richtung zum Irren.
Astwerk wiegt wenig, hält aber viel Wasser. Eine belaubte Krone nach Regen trägt deutlich mehr als dieselbe im Winter. Die Zuschläge sind grob geschätzt – im Zweifel die höhere Stufe.
Alle Angaben setzen ein vorgespanntes Bremsseil voraus – Wicklungen liegen auf, der Bodenmann hält Zug, bevor der Trennschnitt fällt. Läuft loses Seil nach, verlängert sich die Fallstrecke um genau diese Länge und die Zahlen unten sind zu niedrig.
Das ist nicht das Gewicht des Stücks, sondern die Kraft, die beim Abfangen tatsächlich auf Seil, Anschlagpunkt und Baum wirkt. Sie liegt um ein Vielfaches höher. Diese Zahl ist eine grobe Hausnummer, keine Berechnung nach Norm – sie ersetzt keine Fachkunde und keine Herstellerangabe.
Am Festpunkt liegt rund das 1,8-Fache an. An der Blockrolle addieren sich Fangstoß im kurzen Strang und haltende Gegenkraft im langen. Weil die Stränge im Mittel 37° zueinander stehen und die Reibung die Gegenkraft etwas mindert, ist es nicht das Doppelte, sondern etwa das 1,8-Fache – wirkend etwa 20° aus der Senkrechten. In der Zahl oben steckt das nicht drin. (Detter, AFZ-DerWald 24/2008)
Die Zahlen unten müssen Sie prüfen. Ich habe sie nicht aus Ihren Unterlagen, sondern als geläufige Größenordnung eingetragen – sie können für Ihre konkreten Bauteile falsch sein. Maßgeblich ist allein, was auf dem Bauteil steht oder in der Herstellerunterlage.
Tragen Sie die WLL ein, wo der Hersteller eine angibt. Sie ist der belastbarere Wert: Der Hersteller kennt die Abminderungen des konkreten Teils – Spleiß, Naht, Umlenkung, Bauart. Sobald eine WLL eingetragen ist, wird sie direkt verwendet und der Sicherheitsfaktor rechts nicht mehr angewendet. Nur wo keine WLL vorliegt, rechnet die Seite ersatzweise MBS ÷ Faktor.
Knoten mindern die Bruchlast erheblich. Eine Schlinge mit 90 kN trägt geknotet nur noch rund 58 kN, geknotet und gebraucht etwa 47 kN. Hersteller-Angaben gelten für das ungeknotete Bauteil. Die Seite rechnet das nicht ab – wer es berücksichtigen will, trägt den geminderten Wert von Hand in das WLL-Feld ein.
Rigging 1.0 nennt 3:1 als Mindestwert. Wer den regelmäßig voll ausschöpft, verkürzt die Seillebensdauer von etwa 1000 auf rund 300 Belastungen – die Werte hier liegen bewusst darüber, weil mit geschätzten Gewichten gerechnet wird.
Das Gewicht ist eine Schätzung. Rohdichten schwanken innerhalb einer Baumart um gut 20 %, je nach Standort, Wuchs und Jahreszeit. Nasses, frisch geschlagenes Holz kann das Doppelte von dürrem wiegen. Rechnen Sie im Zweifel mit dem schwereren Fall.
Gerechnet wird als Zylinder. Ein zulaufendes Stück wiegt real weniger als hier angezeigt – bei einem 4 m langen Stamm von 50 auf 30 cm gut ein Drittel. Das ist Absicht: Am Seil ist die Überschätzung die harmlose Richtung. Umgekehrt wäre der Zopf eine zweite Schätzung, die nur so aussähe, als mache sie die Rechnung genauer.
Die Wicklungszahl ist ein Startwert. Wie viel Reibung tatsächlich entsteht, hängt an Seildurchmesser, Seilzustand, Nässe, Harz und Temperatur. Ein nasses, glattes Seil rutscht deutlich leichter durch. Gewickelt wird vor dem Schnitt, gelöst und nachgelegt wird während des Ablassens – die Hand am Seil entscheidet, nicht diese Seite.
Der Baum federt mit. Beim Abbremsen nimmt der stehende Stamm selbst Energie auf – er schwingt. Rechnerische Modelle gehen vom steifen Betonpfosten aus und liegen damit auf der sicheren Seite; der tatsächliche Fangstoß fällt meist niedriger aus. Wie viel niedriger, ist wenig untersucht. Auch der Fällkerb spielt mit: Nach einem umgekehrten Kerb (Humboldt) springt das Stück deutlich stärker in waagerechter Richtung ab als nach dem klassischen Kerb. (Detter, AFZ-DerWald 24/2008)
Keine Tragfähigkeiten. Belastbarkeit von Gerät, Seil, Rundschlingen und Anschlagpunkt stehen in den Herstellerunterlagen. Hier steht bewusst keine Zahl dazu – eine abgetippte Angabe wäre genau die, auf die man sich im Ernstfall nicht verlassen sollte.
Der Baum ist der schwächste Punkt. Der Anschlagpunkt muss die Spitzenlast tragen – bei Faulstellen, Zwieseln oder schwachem Stammdurchmesser oberhalb nicht gegeben. Das prüft man am Baum, nicht am Telefon.